Der Mercedes unter den Autos…

Liebe Leser!

Um meiner großspurigen Ankündigung aus meinem ersten Beitrag gerecht zu werden, dass dieses Mal, in diesem Blog, im Vergleich zu meinem ersten von vor zehn Jahren in Südafrika alles besser wird und ich regelmäßiger etwas schreiben werde, wird es höchste Zeit für einen neuen Eintrag! >>Edit: den letzten Satz schrieb ich bereits drei Wochen nach dem letzten Eintrag, also irgendwann Mitte April. Bis jetzt habe ich es nicht geschafft, diesen Artikel endlich fertig zu bekommen. Das soll sich heute – endlich – ändern!<< Die Zeit rennt auch hier unglaublich schnell dahin – anfangs war dies der Fall, weil eine Unmenge neuer Eindrücke auf mich einströmte. Inzwischen ist schon ein bisschen so etwas wie „Alltag“ eingekehrt – man gewöhnt sich eben auch an eine solch komplett andere neue Umgebung dann doch unglaublich schnell. Ich merke, dass mit dieser gewissen Art der Gewöhnung, des mehr und mehr Angekommenseins auch eine latente Gefahr der Lethargie einhergeht. Außerdem ist das Erstellen der Blogbeiträge mit doch recht hohem Zeitaufwand verbunden und ich habe es die letzten Wochen ein wenig hinausgeschoben und die freie Zeit an den Wochenenden anderweitig genutzt. Heute möchte ich euch aber endlich mal wieder ein Update geben und mich einem Thema widmen, dessen hohe Bedeutung für mich hier bereits in den ersten Tagen nach meiner Ankunft in Malawi deutlich wurde: meine individuelle Fortbewegung.

In der Vorbereitungsphase damals hatte ich diesen Aspekt im Gespräch mit den Kollegen von NAK-karitativ zwar kurz gestreift, wie es dann in der alltäglichen Praxis aussieht, steht aber eben auf einem anderen Blatt. Die Info, die ich vorab in Deutschland bekommen hatte: es gibt in Lilongwe keinen öffentlich-privaten Nahverkehr, wie wir das von zu Hause aus kennen, also weder Busse, noch Bahn, die regelmäßig, am besten einem festen Fahrplan folgend, fahren würden. In den vorherigen Beiträgen hatte ich ja bereits einige der Fortbewegungsarten der Einheimischen gestreift, bzw. erwähnt – zu Fuß oder per Fahrrad am Straßenrand.

Einige der Fahrräder dienen dabei nicht primär der Beförderung des Fahrers, sondern fungieren quasi als Einpersonentaxis. Dazu haben die Fahrdienstanbieter teils richtig innovativ die Gepäckträger ihrer Fahrräder zu Sitzplätzen für ihre Fahrgäste umfunktioniert – mit Polster und Haltegriff – letzterer meist ein umfunktionierter Fahrradlenker.

Ein weiteres Beliebtes Verkehrsmittel hier sind die sogenannten Motortaxis – dreirädrige rollerartige Fahrzeuge, die man sich am besten als Mischung aus Rikscha und Alberto-Pizza-Dreirad vorstellen kann. Einige stammen offenbar tatsächlich aus Italien, wurden zumindest vom italienischen Hersteller Piaggio produziert. Die Teile flitzen hier überall herum und können bis zu zwei Passagiere befördern, wenn ich das richtig gesehen habe.

Dann sind da noch die mini buses – Kleinbusse, meist japanischer Hersteller, die in Deutschland wahrscheinlich maximal acht Personen plus Fahrer befördern würden. Hier ist der Abstand an Sitzreihen jedoch deutlich enger als wir das kennen, sodass diese Fahrzeuge bis zu 15 Personen befördern können. Fährt man hinter einem Minibus her, sieht man, dass die Passagiere in der letzten Reihe mit ihrem Rücken die Heckscheibe der Kofferraumklappe berühren und man möchte sich nicht ausmalen, was bei einem Auffahrunfall passiert… In der Windschutzscheibe jedes Minibusses befindet sich gut sichtbar ein – meist von Hand gemaltes – Schild, auf dem die Nummer der jeweiligen Area steht, die angefahren wird. Bestimmte Orte in der Stadt dienen als eine Art Busbahnhof, wo viele der Busse vorbeikommen. Darüber hinaus halten die verschiedenen Busse an verschiedenen Stellen in der Stadt an – meist am unbefestigten Straßenrand, es gibt aber auch „echte“ Bushaltestellen. Wer die Busse als Insider kennt und benutzt, weiß sicher genau, wo und vielleicht auch ungefähr wann. Wer wie ich trotz der inzwischen dreimonatigen Aufenthaltsdauer doch immer noch ein Stück weit Beobachter von außen ist, dem erscheint das Ganze doch etwas chaotisch und die Busse als dauerhupende und tendenziell offensive Verkehrsteilnehmer. 😉

So. „Alles gut“, könnte man ja jetzt eigentlich meinen und sich fragen, warum ich dem Thema individuelle Fortbewegung einen eigenen Beitrag widme. Nun ja, neben dem Umstand, dass ich all die genannten Fortbewegungsmittel mit all ihren Besonderheiten von zu Hause her nicht gewohnt bin, entsprechen sie erstens weder von ihrer grundsätzlichen Beschaffenheit her noch von der Art, wie sie von den Fahrern durch den Verkehr manövriert werden, den lieb gewonnenen deutschen Sicherheitsstandards. Außerdem ermöglichen sie nicht in dem Maße die unabhängige und eigenständige Bewegungsfreiheit, die ich schlichtweg haben möchte. Die ersten beiden genannten Möglichkeiten der, nennen wir es einmal „manuellen“ – Fortbewegung zu Fuß oder zu Rad stellen für mich keine praktikable Option dar. Wie in einem der vorigen Beiträge beschrieben, teilt sich Lilongwe in viele aneinanderhängende, bzw. ineinander übergehende Wohngebiete auf, die im Innern von kleineren Straßen durchzogen und außen durch größere Straßen miteinander verbunden sind. Die quasi-öffentlichen Verkehrsmittel verbinden lediglich die „Hauptknotenpunkte“ und scheiden daher für eine autarke Form der Fortbewegung ebenfalls aus. Zwar bringen einen die Fahrrad- und Motortaxis auf Wunsch an jedes vorgegebene Ziel, möchte man jedoch von diesem Ziel wieder wegkommen, steht man im wahrsten Sinn des Wortes blöd da – am Straßenrand nämlich – sofern es sich um eine etwas abgelegenere Position handelt.

Taxis, wie wir es von zu Hause her kennen, gibt es in Art und Umfang nicht. Es existieren vereinzelte Taxiunternehmen und in den ersten Tagen habe ich auch ein paar Mal von dieser Möglichkeit,,mich fortzubewegen, Gebraucht gemacht. Wenn man dies aber häufiger tut, geht das auch hier in Malawi ins Geld. Die Taxifahrer begleiten einen zwar gern, beispielsweise bei einer kleineren Besorgungstour durch den Supermarkt, oder auch beim Abendessen, so richtig angenehm und frei habe ich das aber nicht empfunden. Außerdem bezahlt man dann eben auch beispielsweise eine volle Stunde. Um meinen Fahrer bei meiner ersten Ausfahrt per Taxi – sein Name war Blessings – nicht die ganze Zeit, während ich beim Einkaufen und Abendessen sein würde, im Auto warten zu lassen, habe ich ihn eben zum Essen mitgenommen – finanziell verschmerzbar, und beinahe schon bereichernd, was die sozialen Kontakte in der Anfangsphase angeht, auf Dauer aber eben auch keine Lösung.

Wie anfangs geschrieben, war für mich also schnell klar: Ich brauche ein eigenes Auto! Zunächst dachte ich daran, ein Auto zu mieten. Mietwagenunternehmen gibt es zwar – Avis ist beispielsweise vor Ort – dies ist für eine längerfristige Nutzung allerdings viel zu teuer (bei Avis schlägt der günstigste Mietwagen mit ca. 2.500 Euro pro Monat zu Buche). Mit dem Chef von Taxifahrer Blessings habe ich mich einmal getroffen, um Möglichkeiten zu erörtern, für den Fall, dass ich seine Taxifahrdienste häufiger in Anspruch nehmen würde. Mir schwebte so etwas wie eine Art Taxi-Flatrate vor. Der Taxiunternehmer, Paul, brachte hingegen den Vorschlag mit, dass ich eines seiner als Taxis laufenden Fahrzeuge zur Nutzung als Selbstfahrer mieten könnte. Neben dem Umstand, dass Blessings dadurch wahrscheinlich arbeitslos geworden wäre, hätte mich dies 400-500 Euro pro Monat gekostet. Von bürokratischen und rechtlichen Fragen wie Versicherung, etc. mal ganz abgesehen, hätte dies über die Zeit meines Aufenthalts hier also mindestens 3.500 Euro an Kosten bedeutet. Für das Geld würde ich auch die Kosten eines gekauften Autos decken können, dachte ich mir, inkl. Wertverlust und der weiteren Fixkosten. So startete für mich also das Kapitel „Autokauf in Malawi“.

Natürlich konsultierte ich hierfür mir alle zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Kontakte zu Einheimischen – vorwiegend also meine Kollegen auf der Arbeit, Anthony und Erick, sowie meinen Vermieter, Ben. Die einhellige Meinung aller, die ich um Rat und Empfehlung bat, war klar und eindeutig: „Kauf auf jeden Fall einen Toyota!“. Warum? Also, bitte, dass ihr das fragt, das ist doch wohl klar! 😉 Neben dem guten Ruf hinsichtlich Qualität, den Toyota ja grundsätzlich auch bei uns zu Hause genießt, spielen hier noch weitere Aspekte eine Rolle. So hat es Toyota geschafft, den afrikanischen Markt (ich wage hier nun einfach einmal eine kontinentübergreifende Verallgemeinerung über die Grenzen Malawis hinaus) derart zu durchdringen, dass die Ersatzteilversorgung wohl unerreicht gut ist. Sowohl was die Versorgung als solche im Sinn der bloßen Verfügbarkeit betrifft, als auch die Kosten für Ersatzteile, ist Toyota die unangefochtene Nummer Eins. Und das eben neben dem ohnehin sehr guten Ruf, den die Marke hier genießt, was sich als weiteren Aspekt nicht zuletzt auch im hohen Wiederverkaufswert wiederspiegelt. Ohne es statistisch belastbar erfasst zu haben, ergibt eine stichprobenartige Zählung auf dem meist verkehrsdichten Weg zur Arbeit, dass wahrscheinlich tatsächlich jedes dritte oder maximal vierte Auto hier ein Toyota ist. Sowohl die massentauglichen Standardfahrzeuge wie Kleinwagen oder kleinere Limousinen, aber auch und ganz besonders die prestigeträchtigeren Fahrzeuge – Toyota deckt alles ab – und dies, zumindest ist dies die als allgemeine Wahrheit anerkannte Meinung der Bevölkerung, am allerbesten. Vor allem bei den letztgenannten, den großen und tendenziell teureren Fahrzeugen, wird deutlich, warum ich diesen Titel für diesen Beitrag gewählt habe: Toyota ist hier quasi der Mercedes unter den Autos! Vom unzerstörbaren und universell einsetzbaren Pickup Hilux, über den Fortuner bis hin zum legendären Land Cruiser – wer hier Wert auf Qualität, Robustheit und Zuverlässigkeit legt, oder wer einfach nur genug Geld hat und dies auch nicht unbedingt verbergen möchte, fährt eines der genannten, allesamt hervorragend geländetauglichen Modelle.

Wie ist das denn dann aber mit Mercedes in Malawi, wenn Toyota schon diesen Platz beansprucht? Gute Frage. Da es über Mercedes einfach nichts gibt, gibt es für Mercedes selbst hier keine weitere Beschreibung. 😀 Man sieht hier – gaaanz vereinzelt – tatsächlich auch immer wieder einmal einen „Daimler“ – natürlich löst das bei mir dann immer ein Gefühl einer besonderen Verbundenheit aus – vor allem, wenn ich mir dann bewusst mache, in welchem unserer Werke das jeweilige Fahrzeug einmal gebaut worden ist. Menschen mit viel Geld fahren hier schon auch mal Mercedes. Im Lauf der Zeit habe ich auch ein paar davon kennengelernt oder zumindest kurz gesprochen. Mein Fazit ist, dass man sich hier keinen Gefallen tut, wenn man hier einen Mercedes fährt. Wenn es sich nicht gerade um die extrem seltenen M-Klassen handelt, ist ein Mercedes hier erstens einfach total unpraktisch. Zweitens bekommt man lokal schlichtweg keine Ersatzteile, sodass für jede Inspektion und für jede Reparatur die entsprechenden Materialien und Ersatzteile aufwändig und teuer aus Südafrika importiert werden müssen. Drittens mangelt es an flächendeckend vorhandenem fachkundigen Personal, um die zwar ausgefeilte, häufig aber empfindliche, nicht primär für afrikanische Verhältnisse erdachte Technik fachgerecht zu behandeln. Wer aber noch etwas mehr aus der ohnehin überschaubaren Masse derjenigen herausstechen möchte, die es sich finanziell leisten können, fährt – trotzdem – schon mal Mercedes.

Nach der Entscheidung „dass“, stellte sich für mich nun die Frage „Was?“. Ein Pickup war irgendwie schon immer ein Traum von mir. Groß, robust, kommt überall durch. Nachdem ich unseren Hilux der Organisation bei einem der ersten Feldeinsätze gefahren war, war mein Wunsch umso größer, während meines „Abenteuers Afrika“ solch ein Teil fahren zu wollen. Die von Anfang an mehreren kleinen „Aber“ in meinem Hinterkopf verdrängte ich fleißig und ließ dem kleinen Kind in mir Raum, das sagte „Ich will einen Hilux!“. Auf jeden Fall wollte ich ein Auto, das den etwas abenteuerlicheren Straßenverhältnissen in Malawi strotzen würde und mit dem ich auch abseits befestigter Wege „überall“ durchkommen würde. 

Autos kauft man hier üblicherweise auf einem der Automärkte – davon gibt es in Lilongwe zwei. Die meisten Fahrzeuge, die dort angeboten werden, stammen aus Japan und sind in Malawi noch nicht zugelassen. Vor allem über eine große japanische Internetplattform, Be Forward, kommen „neue“ Fahrzeuge ins Land. „Neu“ heißt hier „neu gebraucht“, also Gebrauchtwagen, die von Japan aus in alle Welt verschifft werden. Für Malawi stellt Be Forward DIE Quelle für Gebrauchtwagen dar. Bei den Autos handelt es sich um meist (sehr) gut erhaltene gebrauchte, die ausführlich beschrieben mit allen technischen Details und vielen aussagekräftigen Fotos angeboten werden. Man kann sich als Endkunde direkt über die Website von Be Forward ein Auto aussuchen und bestellen.

Die Gebrauchtwagenpreise als solche sind in der Regel überschaubar. Zum reinen Kaufpreis (Cost) hinzu addiert werden dann aber noch der Seetransport von Japan bis zum gewünschten Anlegehafen inkl. Hafengebühren (Freight) sowie die Transportversicherung (Insurance) – zusammen ergibt sich der vorläufige Gesamtpreis – CIF. Damit ist es aber noch nicht getan. Malawi erhebt auf quasi alle Güter, die dauerhaft ins Land eingeführt werden sollen, exorbitante Einfuhrgebühren. Diese setzen sich in der Regel aus Einfuhrzoll (Import Duty), einer gesonderten Steuerabgabe (Excise) und Mehrwertsteuer (Value Added Tax, VAT) zusammen. Während die Mehrwertsteuer allgemein 16,5 Prozent beträgt, unterscheiden sich die weiteren Einfuhrgebühren für Zoll und Steuer je nach eingeführter Ware und Beschaffenheit. Für Fahrzeuge sind in erster Linie das Baujahr (je neuer, desto geringer die Einfuhrgebühren) sowie der Motorhubraum (je kleiner der Motor, desto geringer die Einfuhrgebühren) ausschlaggebend. Wer tiefer einsteigen möchte, findet die Berechnungsmethode der Malawi Revenue Authority (MRA) hier. Für alle anderen sei zusammenfassend gesagt, dass die Einfuhrgebühren für ein Fahrzeug mindestens 41,5 Prozent und höchstens 151,5 Prozent des CIF-Werts betragen. Typischerweise, für ein Fahrzeug, das älter als acht aber jünger als zwölf Jahre ist und einen Zwei-Liter-Motor besitzt, müssen grob zwischen 85 und 100 Prozent Einfuhrgebühren einkalkuliert werden. Anhand einer kleinen Beispielrechnung wird deutlich, dass ein Auto, das umgerechnet „eigentlich“ nur 5.000 Euro kostet (Angebotspreis bei Be Forward), wird nach Transport und Einfuhrgebühren vor Ort in Malawi ganz schnell ca. 12.000 Euro kostet.

Zurück zum lokalen Automarkt in Lilongwe. Hier bieten lokale Autohändler die aus Japan importierten Fahrzeuge an. Bei noch nicht in Malawi registrierten Fahrzeugen wird unterschieden zwischen dem Preis „ohne alles“ und dem Preis „alles inklusive“ – nur letzterer ist also wirklich relevant und man kann sich als Interessent sicher sein, dass der Händler sich vorab um alles gekümmert hat und keine weiteren versteckten Kosten schlummern. In den ersten Tagen nachdem ich die Entscheidung getroffen hatte, ein eigenes Auto für die Zeit meines Aufenthalts hier in Malawi kaufen zu wollen, ging Anthony mit mir auf einen der Automärkte Lilongwes, einer befindet sich nur einen Steinwurf von unserem Büro entfernt. Die Auswahl an für mich in Frage kommenden Fahrzeugen war allerdings recht gering – geländegängige Toyotas gab es gar keine. Dafür ein paar ganz nett anzuschauende Nissan X-Trails, Baujahre 2008-2009. Nissan ist mit etwas Abstand die klare Nummer zwei nach Toyota hier in Malawi und auch auf Be Forward stellt Nissan nach Toyota die meisten Angebote an Gebrauchtfahrzeugen. Von dem Gedanken beherrscht, dass es ein Toyota, am besten ein älterer Hilux oder Land Cruiser sein sollte, ging die Suche zunächst in diese Richtung weiter. Wir fuhren auf den zweiten Automarkt am anderen Ende der Stadt. Dort bot sich aus der grundsätzlich in Frage kommenden Fahrzeugkategorie ein ähnliches Bild – eine ganze Reihe an X-Trails und zwei Toyota RAV4s, letztere aber außerhalb des Budgets. Den Händlern auf den Automärkten erklärte ich, was ich suchte und speicherte ihre Handynummern ab – sie würden sich umschauen und versprachen, sich zu melden.

Wieder im Büro angekommen, zeigte mir Anthony die Anzeigenseiten der beiden Tageszeitungen, die wir im Büro abonniert haben. Dort erscheinen jeden Tag (!) Autokleinanzeigen. Eifrig begann ich, potentiell interessante Inserate zu markieren, um die Anbieter anschließend zu kontaktieren. In den darauffolgenden Tagen schaute ich mir mehrere der angebotenen Fahrzeuge an. Entweder Anthony oder Ben begleiteten mich dann zu den telefonisch mit den Verkäufern vereinbarten Treffpunkten, oder ich handelte mit den Anbietern aus, dass diese ihre Fahrzeuge bei uns vorm Büro vorführten. Dies zu erreichen, war einfacher als ich erwartet hätte. Meine Interpretation nach ein paar Wochen der intensiven Fahrzeugsuche: 1. Viele der Verkäufer verkaufen ihr Fahrzeug aus Geldnot, ein Thema, das hier in verschiedener Form allgegenwärtig ist. 2. Der Automarkt ist ganz klar ein Käufermarkt – die Nachfrage hält sich aufgrund von 1. tendenziell in Grenzen.

Leider musste ich im Laufe meines Fahrzeugbesichtigungsmarathons einer (für mich) traurigen Realität ins Auge blicken und folgendes erkennen: Gebrauchtwagen in Malawi sind grundsätzlich nicht mit Gebrauchtwagen in Deutschland zu vergleichen. Fahrzeuge, die zwar auf den Fotos ganz vielversprechend aussahen und von den Verkäufern durchweg als „makellos“ angepriesen wurden, stellten sich häufig als nicht mehr heraus, was wir zu Hause als bessere Schrottkarre bezeichnen würden. Immer mehr verstand ich, warum es quasi als Auszeichnung mit Stern erachtet wurde, wenn hier ein aus Japan stammendes gebrauchtes Fahrzeug „unregistered“, also noch nicht registriert, ist. Häufig war in diesem Zusammenhang auch von „brand new“ die Rede – ein brandneues, zehn Jahre altes gebrauchtes Auto, also. 😉 Über mehrere Wochen brachte ich mit der Suche nach einem geeigneten Auto zu – schlussendlich zunächst erfolglos. Je mehr ich mich hier in Malawi zurechtfand, umso mehr verstand ich auch, wie welches Auto hier angesehen wird und umso mehr wurden auch meine weiter oben erwähnten, zwar anfänglich bereits vorhandenen, aber bislang erfolgreich nicht beachteten Stimmen des Zweifels an meiner ursprünglich getroffenen Fahrzeugauswahl lauter. Als ich gerade an einem Toyota Fortuner „dran war“ und mich beim Betrachten der Fotos auf meinem Handy immer wieder selbst gefragt hatte, ob dieses Fahrzeug nicht vielleicht doch ein bisschen zu protzig rüberkommen würde, ergab sich ein für mich sehr wichtiges und richtungsweisendes Gespräch über das Thema mit Anthony. Ich äußerte meine Gedanken und Zweifel daran, ob meine ursprüngliche Wunschfahrzeugkategorie für mich, ganz persönlich, in meiner Situation, tatsächlich die richtige sei: der große panzerartige Pickup Hilux oder seine Artverwandten Fortuner oder Land Cruiser. Vor allem die beiden letztgenannten stellen hier in Malawi die Luxusklasse dar und selbst die für mich in Frage kommenden, älteren und dadurch bezahlbaren Modelle wirken einfach ziemlich mächtig und protzig. Die neueren Modelle des Hilux ebenso. Wir kamen in diesem Gespräch gemeinsam, doch irgendwo auch jeder für sich, unabhängig, zu dem Ergebnis, dass das für meine Rolle hier – als Freiwilliger einer kleinen, im Wachstum befindlichen Hilfsorganisation – nicht unbedingt das Richtige darstellen würde. Um meiner Basisanforderung, dass es ein einigermaßen geländetaugliches Fahrzeug sein sollte, immer noch gerecht zu werden, reduzierte sich die Auswahl aus dem Hause Toyota auf genau ein einziges verbleibendes Modell – den oben bereits erwähnten RAV4.

Ihr, liebe Leser, mögt euch jetzt vielleicht fragen, warum ich denn dann nicht einfach von dieser die Auswahl stark reduzierenden Einschränkung – Toyota – abgewichen bin. Das hatte zunächst die weiter oben beschriebenen Gründe. Nicht zuletzt habe ich bei der Fahrzeugsuche von Anfang an auch auf kommenden Dezember geschaut, wenn ich das Land wieder verlassen würde. Natürlich wollte ich mit dem Fahrzeugkauf am Ende und unterm Strich so wenig Geld wie möglich „kaputt machen“ – der hohe Wiederverkaufswert, den ein Toyota hier quasi garantiert, war ein wichtiges Argument. Auf der anderen Seite wollte ich auch einfach gern zur „Toyota-Familie“ dazugehören – schließlich fahren sowohl meine beiden Kollegen Anthony und Erick, als auch mein Vermieter Ben selbst auch Toyota… 🙂

Nachdem ich sowohl die Nissan X-Trails als auch den Toyota RAV4 ganz am Anfang als vermeintliche „Möchtegern-Offroader“ direkt verworfen hatte, rückte diese Kategorie nach der beschriebenen Kurskorrektur wieder in den Fokus – mit Priorität auf dem RAV4. Ich kontaktierte die ganzen Autohändler, deren Nummern ich in meinen Kontakten unter „Car …“ gespeichert hatte, also erneut und teilte ihnen mein neues Beuteschema mit. Die Reaktion war durchgehend „Möglich, aber schwierig und teuer!“. Um es etwas abzukürzen – nach ein paar Tagen wurde ich über mehrere Ecken zum Eigentümer und Verkäufer eines den Fotos nach zu urteilen sehr gut erhaltenen RAV4 von 2007 geführt. Der Verkäufer brauchte kurzfristig Geld und verkaufte das Fahrzeug deswegen. Leider befand sich das Auto in der südlichen Metropole des Landes, Blantyre, die ca. 360 km und damit ca. viereinhalb Fahrtstunden entfernt liegt, und war daher nicht ohne Weiteres anzuschauen. Der Verkäufer machte einen freundlichen und vertrauenerweckenden Eindruck und wir einigten uns bereits per WhatsApp auf einen Preis, den ich bezahlen würde, sollte das Auto tatsächlich meinen Vorstellungen und dem beschriebenen Zustand entsprechen. Daraufhin vereinbarten wir, dass er das Auto nach Lilongwe bringen sollte, ich würde mich an den Spritkosten beteiligen. Um noch einmal etwas mehr abzukürzen: Das Auto hatte auf dem Weg von Blantyre nach Lilongwe einen Unfall, der Fahrer, der Blantyre nachts / früh morgens verlassen hatte, war wohl eingeschlafen und mit einem größeren Stein auf dem Grünstreifen kollidiert, der unter anderem ein Loch in die Ölwanne riss. Der Verkäufer, George, kam an besagtem Tag persönlich bei uns im Büro vorbei, um mir diese Hiobsbotschaft zu überbringen.

Ich war zunächst am Boden zerstört und konnte es nicht fassen. Mein Unmut war mir offenbar deutlich anzumerken – dies spiegelten mir sowohl meine Kollegen Anthony und Erick, als auch mein Vermieter Ben in den folgenden Tagen wieder: „One could see the anger in your face“ und so… 😉 Hatte mich das Kapitel Auto und die Suche nach einem geeigneten Exemplar nun doch schon mehrere Wochen beschäftigt, hatte ich endlich ein wirklich vielversprechendes gefunden und nun war dies nicht mehr verfügbar… 🙁

Auch George, der übrigens in einer Mercedes C-Klasse (Baureihe 204) vorgefahren kam, um mir die schlechte Nachricht mitzuteilen, spürte, dass ich mit der Situation alles andere als zufrieden war. Kurzerhand bot er mir an, mir bei der Suche nach einem geeigneten Alternativfahrzeug behilflich zu sein – was sich wiederum als echter Glücksfall herausstellte.

George, ziemlich genau mein Alter, arbeitete früher bei einer malawischen Bank, die vor kurzem von einer anderen Bank übernommen wurde. Er war dort in einer leitenden Funktion im Kreditgeschäft aktiv und bei der Übernahme durch die neue Bank wurden vor allem die Führungskräfte nicht mitübernommen, sodass er seinen Job verlor. Der Verlust des verunfallten Autos bedeutete für ihn am Ende ein größeres Problem als für mich: Er verkaufte das Auto aus Geldmangel – ein Phänomen, das man hier wie gesagt sehr häufig antrifft. Nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes sitzt ihm nun die Bank im Nacken, über die er sein Haus im Rahmen eines damaligen Mitarbeiterkredits mit entsprechend guten Konditionen und zusätzlicher Subventionierung des ehemaligen Arbeitgebers als entgeltwirksame Zusatzleistung finanziert hat. Der Erlös durch den Verkauf des Autos sollte dazu dienen, einen Großteil der verbleibenden Forderung zu bedienen, andernfalls droht die Bank mit der Pfändung des Hauses. Das Auto war zwar ausreichend versichert (eine Art Vollkaskoversicherung), jedoch dauert es hier in der Regel bis zu mehrere Monate, bis die Versicherungen im Schadensfall die vertraglich vereinbarten Zahlungen dann auch tatsächlich leisten…

Ok, zurück zu mir! 😉 Jedenfalls ging die Suche nach einem geeigneten Auto weiter – diesmal mit Georges Hilfe, der sich sehr gut auskennt – als Einheimischer generell und auch speziell was den malawischen Gebrauchtwagenmarkt angeht. Im Laufe des Prozesses ermutigte ich George mehrere Male, dass er seine Dienste in der Beratung zur Auffindung und zur Kaufabwicklung geeigneter Fahrzeuge als berufliches Standbein ausbauen sollte, weil er eben von Anfang an einen sehr zuverlässigen und vertrauenerweckenden Eindruck erweckt hat. George fand Gefallen an dieser Idee und versucht nun unter anderem damit etwas Geld zu verdienen.

Wir konzentrierten uns bei der Suche wieder auf einen Toyota RAV4 als die vermeintliche eierlegende Wollmilchsau unter den kleinen SUVs in Malawi: qualitativ hochwertig, zuverlässig, gute Ersatzteilverfügbarkeit, hoher Wiederverkaufswert, (einigermaßen) offroadtauglich- und das alles garniert mit der japanischen Mercedes-Ellipse. 😉 Wie bereits zuvor erfahren und oben erwähnt, sind diese Fahrzeuge jedoch selten und verhältnismäßig teuer. Wenn man noch auf der Käufer- und noch nicht auf der Verkäuferseite steht, ist der Begriff „hoher Wiederverkaufswert“ eher hinderlich… Je mehr wir suchten, umso mehr lernte ich den Markt kennen und erkannte, dass ich entweder meine Ansprüche zurück- oder mein Budget nach oben schrauben musste. Da meine Überlegung war, am Ende unterm Strich mit so geringen Kosten wie möglich aus dem Unterfangen „Autofahren in Malawi“ herausgehen wollte, ordnete ich den Punkt „Anschaffungspreis“ dem Punkt „Restwert“ unter und entschied mich für Letzteres – das Anheben meines ursprünglich angedachten maximalen Kaufpreises. Wir fanden schließlich ein „brandneues gebrauchtes“ Exemplar, das in Malawi noch jungfräulich, also unangemeldet, auf dem Parkplatz des Automarktes auf einen neuen Eigentümer wartete. RAV4, Baujahr 2008 oder 2009 – hierzu gab es missverständliche Aussagen, dazu später mehr, himmelblau – wirklich nett anzuschauen und optisch im Topzustand. Genauer gesagt war mir dieses Fahrzeug nicht gänzlich unbekannt; Anthony und ich hatten es bereits bei unserer ersten Erkundungstour in den ersten Tagen einige Wochen zuvor bereits dort stehen sehen (siehe oben) und damals einen Kaufpreis von 13 Millionen Kwacha genannt bekommen – damals für mich völlig utopisch, so viel Geld in ein Auto zu stecken und damit im wahrsten Sinn des Wortes in Malawi zu parken, mit allen Risiken, die damit verbunden sind. Die leicht windig wirkenden beiden Verkäufer, die mir dieses Auto zusammen mit einem fast identischen vorführten, ließen sich nach einigem Hin- und Her auf einen „last price“ von 10,5 Millionen herunterhandeln.

An dieser Stelle sei ganz bescheiden angemerkt, dass mir meine Verhandlungsfähigkeiten inzwischen mehrfach von Einheimischen als „gut“ bescheinigt wurden. 🙂 Einerseits war das ja auch bis vor gar nicht mal so langer Zeit mein Job beim Daimler, andererseits empfinde ich die Malawier selbst tendenziell und allgemein in ihrer meist sehr höflichen Art eher etwas zu sehr zurückhaltend, was das vielleicht dreist erscheinende Fordern eines besseren Preises angeht. Natürlich bin ich mir jedoch bewusst, dass mir hier keiner was schenken wird und ich gleichzeitig immer Gefahr laufe, den „mzungu price“ zu bezahlen (dazu später und evtl. in einem der folgenden Artikel mehr). Deswegen habe ich bisher immer versucht, mit einer satten aber nicht unrealistischen Forderung in Preisverhandlungen zu starten, was meist recht gut funktioniert hat.

Ok, 10,5 Millionen, vielen Dank, wir überlegen es uns – so haben wir uns von den beiden netten Herren Gebrauchtwagenhändler verabschiedet. Auf demselben Automarkt standen ja – von Anfang an – die bereits erwähnten Nissan X-Trails herum. Auch diese schauten wir uns nun noch einmal genauer an und fanden dabei ganz ansehnliche Exemplare. Preis je nach Baujahr und Motorisierung zwischen 8,5 und 10 Millionen. Abgespeichert.

Wir fuhren in das Büro unserer Organisation und ich war hin- und hergerissen. Laut denkend zählte ich George gegenüber noch einmal zusammenfassend die Vor- und Nachteile der jeweiligen Fahrzeuge auf, die ich in den Tagen zuvor schon mit Anthony, Erick, Ben und mit weiß ich was alles hoch- und herunter abgewogen hatte. George fragte mich nochmals, welches Baujahr der RAV4 habe. 2009. Das kann nicht sein, das muss einer von 2008 ein – so George, immerhin seines Zeichens langjähriger Besitzer eines – inzwischen zu Schrott gefahrenen – gleichen Modells. Nein, 2009, versicherte ich ihm – so hatten es uns die Händler zuletzt über den himmelblauen RAV4 zugesichert. Nun gut. Schlussendlich bat ich George „Ruf die an, für 10 Millionen nehm‘ ich den RAV4!“. Es folgte mal wieder eines der vielen Gespräche in Chichewa, von denen ich nichts verstand. Am Ende seines Telefonats fragte ich George, was Sache sei. Ziemlich ernüchtert und für mich ernüchternd erklärte mir George, dass ihm die Verkäufer am Telefon auf seine insistierende erneute Frage nach dem Baujahr schlussendlich geantwortet hatten, was er bereits befürchtet gehabt hatte: Das Auto ist von 2008, die Freunde hatten jedoch bei der Einführung nach Malawi die Fälschung der offiziellen Dokumente veranlasst und das Baujahr auf 2009 umgeschrieben. Warum? Weil für Fahrzeuge, die etwas neuer sind – und hier war in diesem konkreten Fall 2008/2009 eben die magische Grenze – geringere Einfuhrgebühren zu entrichten sind (siehe oben). Na toll! Ich wollte auf keinen Fall ein Fahrzeug mit gefälschten Papieren kaufen, schließlich hatte ich genug Horrorgeschichten über Fälle gehört, bei denen die Käufer entsprechender Fahrzeuge am Ende die Gelackmeierten waren und alles verloren hatten. So sah es auch George, er riet mir dringend davon ab, dieses Auto zu kaufen. Das andere, das die beiden im Sortiment hatten, hatte keinen Allradantrieb, schied für mich also von vornherein aus – vom noch weiter geschrumpften Vertrauen in diese Verkäufer allgemein mal ganz abgesehen.

„Dann wird es der X-Trail“ – die Entscheidung war gefallen!

Wer nun beim Lesen glaubt, dass damit nun alles gut, die Sache damit erledigt sein könnte und dass der Kauf mit allem drum und dran nur noch eine Formalie sein würde, der täuscht sich – wie ich es getan hatte. 🙂

Erstens ist der Artikel inzwischen mal wieder deutlich länger geworden als gedacht und geplant. Als Folge dessen hat es unter anderem deswegen so lange bis zu seiner Fertigstellung und Veröffentlichung gedauert. Zweitens erkenne ich, dass ich es nicht durchhalten werde, euch regelmäßig(er), in kürzeren Abständen einen Einblick in meine Erlebnisse hier zu geben (was nun nicht mehr zu beweisen sondern schon bewiesen ist, da der letzte Eintrag vor diesem hier bereits auf das Osterwochenende zurückgeht). Drittens möchte ich meine Nerven schonen und die folgende Odyssee des Kauf- und Anmeldeprozesses nicht noch einmal in all seiner Detaillierung durchmachen. Aus diesen drei Gründen folgt nun die „Kurzversion“ in chronologischer Reihenfolge (soweit ich es noch zusammenbekomme) mit ein paar der – im wahrsten Sinn des Wortes – aufregendsten Highlights:

Freitag, 23. März:

  • Kontaktierung des Verkäufers des Nissan X-Trail mit anschließender harter Preisverhandlung. Startpreis 8,5 Millionen, Verhandlungsergebnis 7,8 Millionen (für meine ehemaligen Daimler-Kollegen: REC-Lücke geschlossen!).
  • Verabredung für Samstag um mit allen dem Kauf vorangehenden Überprüfungen zu beginnen.

Samstag, 24. März:

  • Treffen mit dem Verkäufer. Erst mal zum Tanken, ich muss 4.000 Kwacha spendieren, damit wir weitermachen können, der Tank ist quasi im negativen Bereich.
  • Überprüfung bei der MRA (siehe oben): Wurde das Fahrzeug ordnungsgemäß eingeführt, sind die Papiere echt und in Ordnung? Versuch eins am Samstag, persönliche Überprüfung durch einen Beamten, die Papiere sind soweit in Ordnung. Die offizielle Bestätigung mit Systemabgleich kann erst am Montag erfolgen, ich meine, mich zu erinnern, dass es gerade keinen Strom gab.
  • Es wird klar, dass der Verkäufer des Fahrzeugs, sein Name ist Tendai, gar nicht der Eigentümer ist, dies ist ein Freund von ihm, mit dem er zusammen diese Geschäftle macht, sein Name ist Mcloud.
  • Überprüfung des technischen Zustands bei Nissan Malawi. Wir werden sehr zuvorkommend und freundlich empfangen. Die Werkstatt ist heute aber ausgebucht, wir sollen am Montag wieder kommen. Das Ganze soll nicht mehr als 40.000 Kwacha (ca. 45 Euro) kosten.
  • Treffen mit Mcloud (Achtung, bitte merken) auf dem Automarkt: Wir kaufen das Auto. Bitte stelle es über den Rest des Wochenendes nicht mehr auf den Automarkt, sondern parke es bei dir daheim. Ok.

Montag (nach Palmsonntag), 26. März:

  • George und ich gehen zum Road Traffic Department, der Behöre, die in Malawi alles regelt, was mit dem Straßenverkehr zu tun hat. Hier muss ich eine Traffic Register Card (TRC) beantragen – Voraussetzung, dass man ein Auto anmelden kann. Ich fülle das Formular aus und kreuze an, dass ich mit meinem deutschen Personalausweis ausweisen möchte (mein Pass ist gerade bei der Verlängerung meiner Aufenthaltsgenehmigung). Das geht nicht mehr so einfach, ist zwar noch auf dem Formular als Auswahlfeld aufgeführt, die Regeln wurden in der Zwischenzeit aber geändert (das Formular aber nicht), im muss zum Road Traffic Oberboss ins Büro, um meinen Personalausweis als ausnahmsweise zu akzeptierendes Ausweisdokument anerkennen zu lassen. Gesagt getan. Obwohl bereits jemand anderes in seinem Büro sitzt, schiebt mich George durch die Tür, ich könne jetzt rein. Das ist hier tatsächlich üblich, man geht einfach rein und wartet dann. Mal wieder eines dieser Büros, in denen einen der Präsident der Republik Malawi – Prof. Arthur Peter Mutharika – aus einem leicht schräg hängenden Bilderrahmen heraus anschmunzelt. Der offensichtlich hochdekorierte Beamte würdigt mich zunächst keines Blickes, macht irgendwas am Computer. Irgendwann begrüßt er mich dann doch recht freundlich – ich grüße zuvorkommendst zurück – und fragt mich, was ich wolle. Ich bringe mein Anliegen vor und erhalte nach weiteren Momenten des scheinbar Ignoriertwerdens seine Genehmigung. Es kann weitergehen! Damit zurück ins Büro der Sachbearbeiterin, wo ein Passfoto von mir gemacht wird. Außerdem die elektronische Erfassung meiner Fingerabdrücke. Dann zwei Türen weiter zur Mini-Niederlassung der NBS Bank, wo die Zahlung für die Karte geleistet werden muss. Zwischendurch immer wieder anstehen. Mit dem Zahlungsbeleg zur nächsten Tür. Hier bekomme ich schließlich meine TRC ausgehändigt und bin nun auch im Straßenverkehr Malawis kein Unbekannter mehr.
  • Das Auto wird für die nächsten Schritte von Mcloud zu unserem Büro gebracht. Der Kofferraum ist komplett voll mit Beschallungsequipment, das von Mcloud und seinen Kumpels ausgeräumt und in ein anderes Auto umgeladen wird. Ich entferne außerdem einen Palmzweig. 😀 Die Freunde hatten „mein“ Auto am Wochenende halt nochmal intensiv genutzt – immerhin offenbar im Auftrag des Herrn für eine Palmsonntagsveranstaltung in ihrer Kirche. Nun gut.
  • Zurück zum Nissan-Händler. Es ist ca. 11 Uhr. Das Auto kann überprüft werden, wird aber nicht vor 14 Uhr fertig werden. „Schaffen wir das heute alles noch, George?“ frage ich mit ungläubigem Ausdruck. „Don’t worry, wir schaffen das heute! Alles easy!“. Ich glaube es nicht so recht. Wir lassen das Auto bei Nissan und bitten um priorisierte Bearbeitung und unverzügliche Benachrichtigung, sobald das Auto fertig ist. Wir mischen uns zum ersten Mal unter die Fußgänger am Straßenrand auf der Suche nach einem Taxi, um damit ins Büro zu fahren, wo George sein Auto hat stehen lassen.
  • Wir essen in Ericks und meinem üblichen Mittagstischrestaurant schnell zu Mittag und gehen anschließend zur Bank, direkt um die Ecke. Ich hatte hier zuvor ein Bankkonto eröffnet und ausreichend viel Geld für den Kauf des Autos von Deutschland hierher überwiesen. Das hat erstaunlich schnell und reibungslos funktioniert. Die Gebühren waren überschaubar. Wer sich noch an einen meiner ersten Artikel erinnert, weiß: 1 Euro entspricht ca. 850 Kwacha. Die größte Banknote hier sind 2.000 Kwacha. Ich stelle mich am Bankschalter an und hebe 8,5 Millionen Kwacha ab. Meinen leeren Rucksack habe ich dabei. Nach der Überprüfung meiner aktuell vor Ort geleisteten Unterschrift auf dem Abhebungsformular mit der bei Eröffnung des Bankkontos gemachten und eingescannten Unterschrift am Bildschirm wird das Geld herangeschafft. Es sind dicke Bündel – jeweils 200.000 Kwacha mit Gummis zusammengebunden, davon wiederum fünf Bündel zu einem großen Eine-Million-Kwacha-Päckchen verschnürt. Ich bekomme acht dieser Päckchen und noch ein paar Bündel durch den Schalter hindurch geschoben. Schnell verstaue ich alles in meinem Rucksack und verlasse die Bank. Noch nie hatte ich so viel Bargeld auf meinem Rücken – vor allem hätte ich nicht erwartet, dass das wirklich so schwer sein würde. Wir fahren ins Büro. Dort hinterlasse ich den Rucksack bei Erick. Er soll zum Zeit der Geldübergabe mit dem Geld dazu stoßen. Mit dieser schieren Menge an Geld möchte ich nur so wenig wie möglich außerhalb geschützter Räumlichkeiten unterwegs sein…
  • Es ist ca. 13:30 Uhr. Zurück zu Nissan. Das Auto ist fertig. Technisch in gutem Zustand, alles ok. Nur soll ich so schnell wie möglich einen Kundendienst machen lassen, da aus den – japanischen – Papieren für den Nichtjapaner nicht ersichtlich ist, wann der letzte Service gemacht wurde. Insbesondere das stufenlose Automatikgetriebe sei sehr empfindlich und sollte unbedingt frisches Öl bekommen. Ich lasse mir ein Angebot für den kompletten Service machen. Über 550 Euro! So viel zum Thema Ersatzteilverfügbarkeit – und preise. Allein die Zündkerzen sollen ca. 60 Euro pro Stück (!) kosten, und das nach bereits gewährtem Rabatt. Benötigt werden vier Stück. Ich versichere, darauf zurück zu kommen. Das Beste: Die Untersuchung ist kostenlos! Ich bin begeistert. Offenbar hofft man auf einen neuen guten Kunden.
  • Überprüfung bei Interpol. Wir fahren zur Zentrale von Interpol am anderen Ende der Stadt. Dort passieren wir das Tor, das von Wächtern mit Maschinenpistolen bewacht wird. Wir sind nun im wahrscheinlich sichersten Ort in ganz Malawi. Mcloud scheint hier fast jeden zu kennen. Wir gehen in ein Büro. Unterwegs scherze ich kurz mit ein paar der Polizisten, denen lässig die Maschinenpistole an der Schulter baumelt, nachdem wir den Metalldetektor ohne Auffälligkeiten passiert haben. Zwei freundliche Damen, die auf Mclouds Bestechu… äh Freundesliste stehen, kommen nach einer Weile aus dem Gebäude; wir schlendern durch die heiße Mittagssonne zu meinem Fahrzeug. Dort wird nun anhand des Vergleichs der Fahrgestell- und Motornummer am Fahrzeug und in den Papieren überprüft, ob das Fahrzeug nicht gestohlen ist. „Kann ja gar nicht sein, Holger, mach dir keine Gedanken, Autos aus Südafrika sind oft ‚hot‘, aber nicht die aus Japan, wie soll das auch gehen, wenn die noch nie hier angemeldet waren?! Soll die jemand vom Schiff herunterstehlen?“. Ok, verstanden. Wir gehen auf Nummer sicher. Alles scheint soweit in Ordnung zu sein. Allerdings befindet sich ein Zahlendreher der Motornummer in den Papieren. Die Papiere werden offiziell korrigiert. Das Auto ist sauber. Yess! Dem eigentlichen Kauf steht nichts mehr im Wege!
  • „Schaffen wir das heute alles noch?“ – „Ja, wir schaffen das! … Für den Fall, dass wir heute nicht mehr alles schaffen, machen wir es morgen früh, kein Problem!“. Ich bin genervt…
  • Nächste Station: Zurück zum Road Traffic. Da das Auto in Malawi noch nie registriert war, muss zunächst auf den bisherigen Eigentümer, Mcloud, das sogenannte Blue Book ausgestellt werden – entspricht nach meinem Verständnis in etwa dem deutschen Fahrzeugbrief. Der Prozess ähnelt dem bei der Beantragung der TRC. Immer wieder komme ich mir vor wie bei Asterix und Obelix erobern Rom in dem Behördenturm… Ich soll Mcloud nun Geld geben, um die nächsten Schritte für mich zu erledigen. Zum einen ist es die offizielle Gebühr für die jeweiligen Schritte zum Erhalt der Dokumente. Zum anderen für „pushing papers“. Ich will keine Korruption unterstützen, sage ich. Ok, dann dauert es 4 Wochen. Die Anträge werden dann ganz unten unter den letzten Stapel geschoben und ich habe einige der Stapel dort liegen gesehen. Ich erkenne, dass ich an einem für mich persönlich nicht ganz unwichtigen Punkt angekommen bin. „Mach, was notwendig ist!“ sage ich schließlich zu Mcloud. Ich würde mir darüber später noch Gedanken machen, vielleicht gibt es dazu noch einen eigenen Blogeintrag. Mcloud zieht los. Alles läuft soweit nach Plan, wir bekommen das Übergangs-Blue-Book.
  • Es ist spät, ca. 16:45  Uhr. Ich soll mich schon mal beim Bankschalter anstellen, während George sich für die Kennzeichenregistrierung anstellt und sich Mcloud um die Umschreibung des Übergangs-Blue-Books auf meinen Namen „kümmert“. Ich betrete also wieder die Minibank. Sie ist gut gefüllt. Und das kurz vor Geschäftsschluss. Glücklicherweise ist die Logik hier in Malawi im Allgemeinen: Wer es schafft, vor Geschäftsschluss in einen Laden, eine Behörde, eine Bank, etc. zu gelangen, ist quasi safe und wird noch drankommen, egal, wie lang die Schlange ist. Ich stehe also in diesem kleinen Kabuff und warte – als Platzhalter sozusagen, denn wirklich was tun kann ich nicht. Die Putzfrau ist schon da und schließt die Tür ab – gegen den physischen Widerstand der draußen Wartenden. Hinter den zwei Schaltern mit Glasscheiben sitzen noch Bankmitarbeiterinnen und arbeiten anstandslos die Kunden ab, die im Raum sind. Der Raum leert sich. Ich stehe hinter dem vergitterten Fenster und schaue hinaus. Draußen immer noch etliche Antragsteller, die gern noch rein gekommen wären. Der eine und andere schafft es, die Putzfrau erfolgreich zu beschwatzen, sodass diese akzeptiert, dass ihr von draußen Formulare und Geld durch das Gitter gereicht werden. Sie reicht sie an die Damen am Schalter weiter. Für jeden, der raus will, wird die Tür kurz auf-, danach direkt wieder abgesperrt. Ich bin schließlich der letzte und einzige, komme mir ein bisschen wie im Gefängnis vor. Ich rufe George an, erreiche ihn nicht. Es ist heiß und stickig. Irgendwann ist es dann schließlich 5. Die Putzfrau wischt den Boden und bittet mich, abwechselnd auf die eine, dann auf die andere Seite des winzigen Raumes zu stehen, damit sie die jeweils andere Seite wischen kann. Ich frage mich, wie lange ich noch hier sein dürfte. George kommt endlich angerannt und fragt mich durch das offene vergitterte Fenster hindurch, welches Kennzeichen ich alternativ haben möchte – LL für Lilongwe sei nicht mehr verfügbar, alle Kombinationen aufgebraucht. Ich habe keine Ahnung. Irgendwas mit HG wär cool, oder was mit S wie Stuttgart. Er fragt, ob DA für Dowa ok sei. Ich bin ziemlich kaputt und jeglicher möglicherweise perfektionismusgetriebene Widerspruch ist ob des geringen Sauerstoffgehalts in dem Kabuff erstickt. Ok, DA! George rennt wieder weg. Ich bleibe hinter Gittern. Ich muss jetzt gehen, sagt mir die Putzfrau. Ich bitte um letzten Aufschub. George kommt nach kurzer Zeit zurück mit dem Beleg zur Zahlungsaufforderung. Die Dame hinter dem Glas nimmt mein Geld noch freundlich an, ich bekomme den Beleg! Damit kann schlussendlich das Blue-Book auf meinen Namen ausgestellt werden und wir können die Kennzeichen kaufen.
  • Die Kennzeichen bekommen wir in einem kleinen Laden für Autoersatzteile nebenan. Auf dem Weg dorthin sage ich George dass ich mich unglaublich ärgere. Am meisten ärgere ich mich, dass ich mich so ärgere… DA 7621, das ist mein neues Kennzeichen. Kann ich daraus irgendeine sinnvolle Bedeutung für mich ableiten? Nein. Und es ist mir auch egal. Immer noch gefühlt unter Hochdruck – auch dieser Laden ist kurz vor dem Schließen – wähle ich die passende Kennzeichengröße aus, dazu einen passenden Halter. Die Halter werden an mein zukünftiges, auf dem Papier jetzt schon MEIN, Auto geschraubt. Ich werde dem deutschen Stereotyp mal wieder gerecht und achte penibel darauf, dass die Jungs das Teil in der richtigen Höhe und gerade anschrauben und dabei mein neues Auto nicht verkratzen. Die Kennzeichen werden anschließend an die Halter genietet. Das passt alles. Nebenbei verkauft mir ein Straßendienstleister die Politur meiner Scheinwerfer. Zuerst wimmele ich ihn entschieden ab und untersage ihm, die Wirksamkeit seines Wundermittels – irgendeiner Paste – an meinem Scheinwerfer zu demonstrieren. Irgendwann gebe ich nach – er wirkt sehr von seinem Produkt und seiner Dienstleistung überzeugt. Das Ergebnis ist erstaunlich gut und soll mehrere Monate halten. Ich glaube es nicht so recht, aber für den Preis von 2.500 Kwacha ist es mir egal. Die Nummernschilder sind dran. Die Scheinwerfer sehen besser aus als zuvor.
  • Nächster und letzter Schritt für heute: Die Geldübergabe. Wir fahren zu mir nach Hause in die Wohnung. Eigentlich wollten wir uns an einem neutralen Ort treffen. Wir haben keinen Nerv mehr, uns für einen guten zu entscheiden. Ich rufe Erick an und frage ihn, ob das aus seiner Sicht sicherheitstechnisch ok sei. Es ist ok. Wir treffen uns bei mir zu Hause. Erick bringt den Drucker vom Büro mit – außerdem meinen Rucksack mit dem Geld. Ich drucke den Kaufvertrag, den ich in den Tagen zuvor vorbereitet hatte, in zweifacher Ausfertigung aus. Erick fungiert als Zeuge des Käufers (das bin ich), George als Zeuge des Verkäufers, Mcloud. Das mit den Zeugen ist hier so üblich. Ich lasse mir die Ausweisdokumente aller Beteiligten geben. Bei der Erfassung der Daten von Mcloud stelle ich verwundert fest, dass Mcloud gar nicht Mcloud heitßt sondern Augustine. Oh Mann! Er ist der Kumpel (oder Cousin? Ich weiß es nicht mehr) von Mcloud. Mcloud ist für sein Studium in Australien. Augustine hat einen Brief von Mcloud und sonstige Dokumente dabei, die die Rechtmäßigkeit der ganzen Aktion unterstreichen sollen. „Vielleicht gibt es gar keinen Mcloud oder Mcloud wurde von Augustine umgebracht und das Auto ist gestohlen!“, spinne ich. Nein, alles gut, wir waren ja bei Interpol, die Dokumente sind in Ordnung und Augustines Geschichte erscheint glaubhaft. Ok, sei’s drum, denke ich mir, wir ziehen das jetzt durch. Wir alle vier unterschreiben den Vertrag zweimal. Feierlich überreiche ich Mc… äh Augustine den Stapel mit Geld. Wir schießen ein Foto. Ich prahle damit, dass dieser Betrag in Deutschland mit weniger als 20 Scheinchen dargestellt werden könnte. Alles verläuft reibungslos, wir werden von Augustine alias Mcloud nicht ausgeraubt, George ist auch kein heimlicher Komplize… 😉
  • Das Auto steht auf dem Hof, direkt vor meiner Unterkunft. Es gehört mir. Ich bin glücklich – dass es geschafft ist. Ich bin ein bisschen wehmütig – weil es kein Mercedes, also Toyota ist. Es ist ok. Ich habe viel Auto fürs Geld bekommen. Das Kapitel Auto ist abgeschlossen. Yeah! Ach nein, Moment, ein paar Formalitäten fehlen ja noch – Die Überprüfung durch den „TÜV“ sowie die Kfz-Versicherung stehen noch auf unserer To-Do-Liste – aufgespart für den nächsten Morgen!

Dienstag, 27. März

  • Habe ich gesagt, dass George zuverlässig ist? 😉 Ich treffe ihn ca. eine Stunde später als am Vorabend ausgemacht – das heißt, er kommt zu spät… Wir fahren – das erste Mal mit meinem neuen Auto – zum TÜV. Ganz wohl ist mir bei der Fahrt nicht, denn das Fahrzeug ist noch nicht versichert und zum ersten Mal läuft alles auf meine Verantwortung, denn ICH fahre nun schließlich ja MEIN Auto… Wie die TÜV-Stelle hier offiziell wirklich heißt, weiß ich nicht, jedenfalls benötigen wir das Certificate of Fitness (COF), also die Bescheinigung der technischen Straßentauglichkeit. Hierbei läuft alles problemlos, das Auto wird kurz gecheckt. Bremsen, Rüttelplatte, Beleuchtung, etc. Alles ok. Ich muss aber Reflektoretiketten anbringen – vorne weiß, hinten rot. „Warum?“, frage ich, da sind doch schon herstellerseitig „richtige“ Reflektoren angebracht, hinten zumindest. Egal, Vorschrift, sonst bekomme ich das COF nicht. Ganz vorsichtig, um sie später wieder entfernen zu können, klebe ich die Aufkleber an. Hässlich. Egal.
  • Letzter Schritt: Die Versicherung. Nicht weit entfernt fahren wir zum Versicherer NICO. Das ist die beste, das wurde mir von mehreren Seiten durch die unabhängigen Befragungen meiner einheimischen Bekannten bestätigt. Die „beste“ heißt hier unter anderem, dass im Schadensfall angeblich anstandslos und „schnell“ gezahlt wird. Wichtig für mich, da ich das Land ja irgendwann wieder verlassen würde. Der Kunde nennt hier der Versicherung seiner Wahl den geschätzten Marktwert des zu versichernden Fahrzeugs. Darauf basierend wird dann die Prämie berechnet. Im Fall eines Totalschadens wird dann die versicherte Summe ausbezahlt. So die Theorie. Ich hoffe, dass ich die Praxis nicht erfahren muss. Wobei, das wäre zumindest finanziell wahrscheinlich die beste Option, das Auto am Ende meiner Zeit hier wieder verlustfrei loszuwerden… Der freundliche aber nicht so ganz kompetent wirkende Berater bei NICO rechnet mir aus, was mich die Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung kosten würde. Es sind ca. 8 % der Versicherungssumme als Prämie für ein Jahr. Die Verträge werden vorbereitet, Fotos vom Auto gemacht. Es ist inzwischen Mittag. Die Dame am Zahlungsschalter hat sich in die Mittagspause verabschiedet. Wir Essen etwas. Nach der Mittagspause bezahle ich die Prämie – bar versteht sich. Ich bekomme den Versicherungsschein inklusive der Plakette, die an der Windschutzscheibe anzubringen ist, außerdem weitere Klarsichtaufkleber dafür. Damit kann ich auch das COF gut sichtbar an der Scheibe befestigen.
  • Es ist vollbracht. Jetzt aber wirklich. 🙂

George ist inzwischen einer meiner ersten Freunde hier geworden – im Nachhinein für mich der einzige „Sinn“, den der Unfall meines fast schon gekauften Traumautos gehabt haben kann, ohne die Erwartung ans Leben zu haben, dass am Ende auch bei solchen eigentlich Nichtigkeiten immer alles einen Sinn ergeben muss…

Herbstliche Grüße aus Malawi, euer Holger

vor 2 Jahren

487 Kommentare

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